Gewebeerinnerung

Scherenschnitt in handgeschöpftem Papier in Holz-Leuchtkasten | 204cm x 107cm x 11cm | 2012

Die Arbeit »Gewebeerinnerung« ist eine Papierarbeit bestehend aus einem Scherenschnitt mit dem Motiv eines lichtdurchfluteten Waldstücks, der von Hand in Papier aus Kozo-Fasern geschöpft wurde. Das Papier wurde Schicht um Schicht so dick geschöpft, dass ein verborgenes Abbild eines Waldstücks innerhalb des undurchsichtigen Papiers entstand, welches nur durch Hinterleuchtung in einem Lichtkasten, sichtbar wird. Das Licht des Lichtkastens wird durch eine automatische Lichtsteuerung reguliert und in langsamem, gleichmäßigem Rythmus auf- und abgeblendet. Das auf- und abschwellende Licht macht das innere Abbild des Waldes abwechselnd sichtbar und unsichtbar und kann an rythmisch sich wiederholende Lebenszeichen, wie Atem oder Herzschlag erinnern. Bei abgedimmtem Licht sieht die Papierfläche, durch ihre Farbigkeit und Struktur, zunächst genau wie das Holz des Lichtkastens aus und so wirkt das gesamte Objekt zuerst nur wie ein hölzerner Kasten. Im Moment des aufschwellenden Lichts scheint das Holz an verschiedenen Stellen transparent zu werden und lässt das innere Bild erkennen.

Der Titel »Gewebeerinnerung« bezieht sich auf einen Begriff der Cranio-Sakral-Therapie, welcher die Eigenschaft körpereigenen Gewebes, sich an die eigene Ursprungsform zu erinnern und bei Verformung in diese zurückkehren zu können, bezeichnet. Inspiriert von diesem Gedanken und der manuellen Papierherstellung aus Holzfasern entstand der Gedanke, dass die Holzfasern des Papiers, die für die Papierherstellung aufwändig bearbeitet werden, eine Erinnerung an die eigene Ursprungsform und somit ein inneres Abbild ihres Ursprungs, dem Wald, gespeichert haben könnten.

Die folgenden Bilder zeigen die Arbeit Gewebeerinnerung in verschiedenen Lichtsituationen:

 

Beim Papierschöpfen in nassem Zustand:


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